Besuch der Ausstellung "Häusliche Gewalt LOSwerden"

Frauenhaus im Landkreis dringend notwendig!
Die Linke hat die Wanderausstellung „Häusliche Gewalt LOSwerden" im Kulturforum Klosterkirche in Traunstein besucht. Die Ausstellung, die vom 27. Januar bis 13. Februar 2026 dort gezeigt wurde, macht die oft verborgene Realität häuslicher Gewalt gegen Frauen, Männer und Kinder sichtbar und informiert über Hilfsangebote. Sie sensibilisiert – und beeindruckt durch ihren konzentrierten, respektvollen Umgang mit einem Thema, das in unseren Gesellschaften noch immer zu sehr im Verborgenen stattfindet.
Einen Tag vor unserem Besuch wurden die Ergebnisse einer nationalen Dunkelfeldstudie zur Gewalt
„Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)" der Bundesregierung veröffentlicht. Sie zeigt, dass viele Gewalterfahrungen nicht angezeigt werden und Gewalt deutlich weiter verbreitet ist als es die offiziellen Statistiken abbilden. Besonders Frauen und junge Menschen sind von Gewalt im privaten Umfeld betroffen.
Wir sind von den Eindrücken der Ausstellung betroffen und tief beeindruckt von der Arbeit aller Fachkräfte, die Betroffene begleiten, beraten und schützen – insbesondere dem Frauenhaus Rosenheim / Traunstein sowie der Interventionsstelle Traunstein – Berchtesgadener Land. Diese Einrichtungen leisten unverzichtbare Hilfe, schaffen Schutzraum und Orientierung für Betroffene in Krisensituationen.
Trotz dieser wichtigen Angebote ist es für viele gewaltbetroffene Frauen häufig nicht möglich, einen Platz im Frauenhaus zu bekommen. Zudem ist das vorhandene Frauenhaus in Rosenheim verortet; für Betroffene aus unserem Landkreis bedeutet dies im Fall von Überbelegungen häufig Verweisungen zu Frauenhäusern in weiter entfernten Orten wie Dachau oder Passau. Diese Entfernung reißt Betroffene aus ihrem sozialen Umfeld, erschwert schulische Betreuung für Kinder und erhöht die Belastung für Betroffene zusätzlich.
Darüber hinaus wird in der Praxis ein strukturelles Problem deutlich: Frauenhäuser sind nicht nur wegen
Schutzplätzen voll belegt, sondern auch, weil es im Anschluss an die Aufnahme kaum passende
Wohnangebote für Betroffene gibt. Ohne Perspektive auf Wohnraum nach dem Schutzaufenthalt bleiben die Plätze im System dauerhaft blockiert.
Vor diesem Hintergrund fordert Die Linke im Landkreis Traunstein:
Ein Frauenhaus direkt im Landkreis Traunstein, das kurzfristig Schutzräume für gewaltbetroffene Frauen und Kinder bietet.
Ausreichend Wohnraumangebote und Nachsorgeplätze, die Betroffenen nach dem Schutzaufenthalt eine
Perspektive und Sicherheit bieten.
Langfristig den Ausbau von Gewaltprävention, Beratung und Schutzstrukturen, damit Gewalt sichtbar wird und Betroffene umfassend unterstützt werden.
Häusliche Gewalt betrifft viele Menschen in unseren Gemeinden. Sie darf nicht weiter im Verborgenen
stattfinden. Wir setzen uns ein für Schutz, Unterstützung und echte Perspektiven für Betroffene – sachlich, solidarisch und konsequent!