Neuigkeiten aus dem Trostberger Stadtrat – 2. Quartal 2026
Ich möchte Euch hier künftig einmal pro Quartal über wichtige Themen und Entscheidungen aus dem Trostberger Stadtrat berichten. Dieser erste Rückblick umfasst die vergangenen Monate seit der Kommunalwahl. Der nächste Bericht über das 3. Quartal wird voraussichtlich im Oktober folgen.
Der Umgang im Stadtrat ist bislang erfreulich respektvoll – auch über große politische Unterschiede hinweg. Gerade als einziger, fraktionsloser Vertreter der Linken ist ein guter Austausch mit allen Seiten eine wichtige Voraussetzung für sinnvolle Arbeit.
Deshalb freute es mich, dass bereits vor der konstituierenden Sitzung ein Kennenlernen mit der ein oder anderen Fraktion möglich war.
11. Mai: Konstituierende Sitzung
Am 11. Mai wurde ich wie alle weiteren neuen Stadträtinnen und Stadträte vereidigt. Das prägendste Thema der Sitzung war die Wahl des Zweiten Bürgermeisters.
Die CSU nutzte ihre absolute Mehrheit, um neben dem Ersten Bürgermeister auch dessen ersten Stellvertreter aus den eigenen Reihen zu bestimmen – entgegen der Praxis der vergangenen Wahlperioden. Das halte ich für ein falsches Signal. Eine parteiübergreifende Besetzung hätte mehr Pluralismus geschaffen und gezeigt, dass Verantwortung in einer Kommune gemeinsam getragen wird.
Als fraktionsloses Stadtratsmitglied steht mir kein Sitz in einem Ausschuss zu. Da es in Trostberg jedoch „nur“ den Rechnungsprüfungsausschuss, den Haupt- und Finanzausschuss und den Bauausschuss gibt, die größtenteils vorberatend tätig sind,
bleiben die allermeisten wichtigen Abstimmungen im Stadtrat. Entscheidend ist der Zugang zu Informationen aus den Ausschüssen und den habe ich auch als Stadtratsmitglied. Mein Einfluss ist deshalb weniger eingeschränkt, als es in Städten mit mehreren Ausschüssen der Fall wäre.
20. Mai: Kindertagesstätten, Kultur
Vor der Sitzung besichtigten wir die städtische Kindertagesstätte Regenbogen und den Integrationskindergarten in der Schulstraße. Die modernen pädagogischen Konzepte, die gute Ausstattung, gesunde Ernährung und die erkennbare Orientierung am Wohl der Kinder haben mich (nicht zuletzt als Familienvater und angehenden Lehrer) sehr überzeugt. Den Leitungen und Beschäftigten habe ich ausdrücklich für ihre wichtige Arbeit gedankt.
Kinder, Familien und Betreuungsangebote gehören zu unseren kommunalen und meinen persönlichen Schwerpunkten. Umso kritischer sehe ich die finanzielle Belastung vieler Eltern. Die Trostberger Gebühren sind vergleichsweise hoch. Zudem ließ ich mir bestätigen, dass zuletzt die Anzahl der Anträge auf Kostenübernahme beim Landratsamt stark angestiegen sind. Das ist ein deutliches Warnsignal.
Während Familien an anderer Stelle bereits durch politische Kürzungen belastet werden, darf die Stadt diesen Weg nicht mitgehen. Ich werde mich deshalb dafür einsetzen, dass Trostberg bei der Entlastung von Familien vorangeht und die KiTaG-Gebühren deutlich senkt.
Anschließend wurden die Jahresberichte des Postsaals, der Musikschule und des Stadtheimatpflegers vorgestellt. Diese Einrichtungen leisten wichtige Arbeit für Bildung, Kultur und Begegnung. Auch hier habe ich den Verantwortlichen meinen Respekt für ihre Arbeit ausgesprochen.
24. Juni: Integration, Feuerwehr und Ehrenamt
In der Juni-Sitzung wurde der Abschlussbericht zum Projekt „Rasselbande“ des Jugendhilfeträgers KoniS vorgestellt. Das niedrigschwellige Angebot unterstützte insbesondere Familien und Kinder, die sonst möglicherweise schwerer Anschluss gefunden hätten. Nach dem Ende der ursprünglichen Förderung hatte die Stadt das bewährte Projekt weiterfinanziert. Ende August läuft es nun leider aus. Die Stadt muss weiterhin genau beobachten, ob Kinder und Familien ausreichend erreicht werden oder ob Menschen durch das soziale Netz fallen. Sollte erneut ein entsprechender Bedarf entstehen, müssen wieder unkomplizierte Angebote geschaffen werden. Die Familien sind die Keimzelle unserer Gesellschaft und müssen gestärkt werden. Das habe ich nicht nur in dieser Sitzung mehrfach wiederholt.
Daneben beschlossen wir Unterstützungsmaßnahmen für langjährig aktive Feuerwehrangehörige und die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Lindach.
Beiden Maßnahmen habe ich zugestimmt. Das Engagement der Feuerwehren für Sicherheit und Zusammenhalt verdient diese Unterstützung. In der Woche zuvor hatte ein Leserbrief Stadtratsmitglieder pauschal wegen einer vermeintlich mangelnden Anerkennung der Feuerwehr angegriffen. Konkret hieß es, dass angeblich nur CSU- und FW-Stadträt-/innen dem 150-jährigem Gründungsfest der Feuerwehr Heiligkreuz beiwohnten. Diese Behauptung war nicht nur unangemessen, sondern auch schlicht falsch – unter anderem war ich selbst (täglich!) dort anwesend. Nach einer Antwort in der Tageszeitung habe ich in einer Wortmeldung in der Sitzung deshalb dafür geworben, Ehrenamt nicht gegeneinander auszuspielen.
Die Feuerwehr erhält vollkommen zu Recht große Anerkennung. Gleichzeitig dürfen aber auch diejenigen nicht übersehen werden, deren Engagement weniger sichtbar ist und die nicht die größten Feste veranstalten können. Wertschätzung sollte allen Ehrenamtlichen gleichermaßen gelten.
Fazit
In den ersten Monaten gab es noch keine große Entscheidung mit weitreichenden Folgen und auch keine ausgesprochene Kampfabstimmung. Sinnvolle Vorhaben werde ich unabhängig davon unterstützen, von welcher Partei sie kommen. Wo jedoch soziale Gerechtigkeit, demokratische Fairness oder die Interessen weniger sichtbarer Gruppen betroffen sind, werde ich genau hinsehen und, wenn nötig, den Finger in die Wunde legen.
Wenn Ihr Fragen, Anmerkungen oder andere Anliegen habt, egal ob politischer Natur oder zu kommunalen Themen etc. dürft ihr mich gerne jederzeit per E-Mail kontaktieren (prechtl-simon@web.de)
