Neuigkeiten aus dem Trostberger Stadtrat – 3. Quartal 2026
Wie angekündigt möchte ich Euch auch diesmal wieder einen kurzen Einblick geben, was im Trostberger Stadtrat in den vergangenen Monaten erwähnenswert war.
Im dritten Quartal 2026 fanden aufgrund der Sommerpause im August nur zwei reguläre Stadtratssitzungen statt. Trotzdem gab es zwischen Juli und September einige interessante Themen und weitere Termine.
22. Juli: Besichtigung Freibad und Eisstadion - Ein Blick hinter die Kulissen
Am 22. Juli hatten wir Stadträtinnen und Stadträte die Gelegenheit, das Trostberger Freizeitzentrum mit Freibad und Eisstadion zu besichtigen und dabei auch Bereiche zu sehen, die bei einem Besuch normalerweise verborgen bleiben.
Für mich war das besonders interessant, da ich als Wasserwachtler regelmäßig ehrenamtlich im Freibad Dienst mache. Deshalb war es umso spannender zu sehen, welche Technik und welcher Aufwand hinter dem Betrieb unserer Anlagen stecken.
Unser Freibad ist im Sommer Sportstätte, Treffpunkt und Abkühlungsmöglichkeit für Menschen aller Alters- und Gesellschaftsgruppen. Gerade die großen Bäume und vielen Schattenflächen machen es auch an heißen Tagen zu einem wichtigen öffentlichen Aufenthaltsort. Deshalb muss es langfristig erhalten und entsprechend saniert werden. Umso erfreulicher ist die zugesagte Förderung des Bundes für die anstehende Freibadsanierung über 360.000 Euro.
Auch das Eisstadion gehört für mich zu Trostberg. Es ist für den Vereins- und Schulsport sowie insbesondere für den Eishockeysport mit seiner Jugendarbeit von großer Bedeutung. Solche Einrichtungen sind für mich keine überflüssigen Luxusangebote, sondern Breitensportinfrastruktur.
29. Juli 2026: Ein Jugendzentrum, auf das Trostberg stolz sein kann
Vor der Stadtratssitzung im Juli besuchten wir das Trostberger Jugendzentrum. Dessen Leiter Dietmar Spitzera führte uns durch die Räumlichkeiten, berichtete von der Arbeit mit den Jugendlichen und wir konnten auch selbst mit einigen von ihnen ins Gespräch kommen.
Mein Eindruck war durchweg positiv. Neben den vielen Möglichkeiten direkt im Jugendzentrum gibt es gemeinsame Aktionen und Ausflüge, es wird gekocht, gespielt oder bei den Hausaufgaben unterstützt. Für so manchen Jugendlichen ist laut eigener Aussage das JuZ mittlerweile zu einem zweiten Wohnzimmer geworden. Entscheidend dafür sind aber nicht nur die Räume, sondern vor allem das pädagogische Personal und die Arbeit, die dort geleistet wird.
Auch das ältere, durchaus etwas rustikale Gebäude scheint dabei eher Teil des Charmes zu sein. Wenn etwas zu reparieren ist, können die Jugendlichen mit anpacken und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Für mich ist nicht erst nach dem Besuch klar: Das Jugendzentrum funktioniert sehr gut und braucht und will keine große politische Einmischung. Diesen Freiraum sollten Jugendliche und pädagogisches Personal behalten.
Davon getrennt sehe ich die Frage der politischen Beteiligung Jugendlicher. Nicht alle Jugendlichen besuchen das JuZ, und Mitbestimmung sollte auch nicht an dessen Besuch gekoppelt sein. Ich halte deshalb weiterhin ein Jugendforum oder eine vergleichbare Beteiligungsmöglichkeit für sinnvoll. Jugendliche sollten erleben können, dass ihre Meinung bei Entscheidungen in ihrer Stadt gehört und ernst genommen wird.
Neubaugebiet Eglsee
In der anschließenden Stadtratssitzung beschäftigte uns unter anderem die Erschließung des neuen Baugebiets Eglsee-Heiligkreuz. Dort sollen auf zwölf Parzellen bis zu 80 Wohneinheiten entstehen.
Für besonders viel Diskussion sorgten ausgerechnet sechs Bäume: Drei sind in den Wendeplatten der Stichstraßen vorgesehen, drei weitere entlang der zentralen Erschließungsstraße. Letztere sollen zugleich die Fahrbahn verengen und damit zu langsamerem Fahren beitragen.
Aus der CSU kamen – aus meiner Sicht unverständliche – Bedenken: An der Erschließungsstraße seien Parkflächen sinnvoller, bei den Wendeplatten könnten die Bäume größere Fahrzeuge wie die Müllabfuhr behindern.
Ich sehe das anders. Gerade wenn wir heute ein komplett neues Wohngebiet planen, sollten Schatten, Begrünung und Verkehrsberuhigung selbstverständlich mitgedacht werden. Bäume kühlen ihre Umgebung und erhöhen die Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig sind bepflanzte Fahrbahnverengungen nichts Außergewöhnliches – ähnliche Lösungen gibt es längst in anderen Trostberger Wohngebieten und beispielsweise auch in der Friedrich-Ebert-Straße, wo sogar LKWs zum Chemiepark unterwegs sind.
Hinzu kommt, dass die Bäume bereits Bestandteil der abgeschlossenen Bauleitplanung sind. Wegen drei Bäumen erneut zusätzlichen planerischen und finanziellen Aufwand zu verursachen, halte ich für wenig sinnvoll.
Am Ende wurde ein Kompromiss beschlossen: Die Bäume in den Wendeplatten bleiben, bei den drei Bäumen an der Erschließungsstraße wird geprüft, ob sie näher an die Grundstücksgrenzen verschoben werden können.
Mir war bei der Planung noch ein anderer Punkt wichtig: Der vorgesehene Gehweg entlang der Erschließungsstraße endet bereits nach rund 50 Metern. Ich habe deshalb nachgefragt, warum ausgerechnet in einem neuen Wohngebiet der Gehweg dort einfach aufhören soll. Laut Planung sollen Fußgängerinnen und Fußgänger anschließend vor allem die Stichstraßen und die verbindenden Fußwege nutzen.
Das hat mich zunächst nicht vollständig überzeugt. Wenn in der Planung ausführlich darüber gesprochen wird, wie LKWs wenden können, sollten mindestens genauso sehr die Wege von Kindern und Familien betrachtet werden.
Ein Vorschlag kam hier von den Grünen: Die Stichstraßen sollen möglichst als verkehrsberuhigte Bereiche ausgewiesen werden. Dort gilt Schrittgeschwindigkeit und Fußgängerinnen und Fußgänger dürfen die gesamte Straßenbreite nutzen. Ich halte diese Lösung auch ohne durchgehenden Gehweg für vertretbar.
Hitze im Postsaal und im Atrium
Ein weiteres Thema der Sitzung war der Umgang mit zunehmenden Hitzeperioden. Die Grünen beantragten zu prüfen, welche Maßnahmen notwendig sind, damit Veranstaltungen im Postsaal und im Atrium des Stadtmuseums auch bei großer Hitze vernünftig möglich bleiben. Dem habe ich zugestimmt. Öffentliche Kulturorte müssen auch in heißen Sommern nutzbar bleiben. Die Anpassung unserer kommunalen Infrastruktur an längere Hitzeperioden wird uns in Zukunft zwangsläufig stärker beschäftigen.
30. September 2026: Hitzeschutzplan für Trostberg
In der September-Sitzung beantragte die SPD, Grundlagen für einen möglichen Hitzeschutzplan für Trostberg zu erarbeiten.
Wichtig ist dabei: Beschlossen wurde noch kein fertiger Hitzeschutzplan. Zunächst soll eine Arbeitsgruppe aus der Stadtverwaltung und jeweils einer Vertreterin oder einem Vertreter jeder im Stadtrat vertretenen Partei zusammentragen, was ein solcher Plan beinhalten müsste. Dabei soll es beispielsweise um Risikogruppen, Hitzewarnsysteme, städtische Gebäude und Kooperationspartner gehen. Anschließend entscheidet der Stadtrat über das weitere Vorgehen.
Ich freue mich, dass im Antrag ausdrücklich alle Parteien und nicht nur die Fraktionen berücksichtigt wurden, sodass auch ich an dieser Runde teilnehmen werde.
Dabei möchte ich insbesondere auf die soziale Dimension des Hitzeschutzes achten. Hitze trifft nicht alle Menschen gleichermaßen. Neben älteren Menschen, kleinen Kindern oder gesundheitlich besonders gefährdeten Personen spielt auch die finanzielle und die Wohnsituation eine Rolle. Nicht jeder kann sich eine Klimaanlage leisten und nicht in jedem Gebäude lässt sich überhaupt eine installieren.
Deshalb müssen auch öffentlich zugängliche bzw. städtische kühle Orte und Abkühlungsmöglichkeiten eine Rolle spielen.
Fazit
Auch wenn das dritte Quartal kommunalpolitisch etwas ruhiger war, gibt es also genug, woran weiterzuarbeiten ist. Gerade beim Hitzeschutz freue ich mich darauf, mich unmittelbar in die weitere Ausarbeitung einzubringen.
Wie immer gilt: Wenn ihr Fragen, Anregungen oder Themen habt, die ich in den Trostberger Stadtrat mitnehmen soll, meldet euch gerne bei mir.
